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Becken - Venenobstuktionen

Viele unserer Patienten klagen über akute oder chronische Schwellung oder Schmerzen in den Beinen, sichtbare Krampfadern, häufig eine Braunverfärbung im Bereich der Unterschenkel sowie nicht heilende Geschwüre an den Beinen. Diese Symptome können Anzeichen einer Engstelle oder eines Verschlusses in den Becken- oder Beinvenen sein.
Patienten mit diesen Beschwerden haben oft eine lange Leidensgeschichte hinter sich, da viel zu häufig die tatsächlichen Ursachen der Erkrankung nicht erkannt werden.

Um diesen Patienten helfen zu können, hat die Klinik für Gefäßchirurgie – vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie im St. Johannes-Hospital Varel ein überregionales „Zentrum für BeckenVenenobstruktionen" gegründet.

Dank modernster Diagnose- und Therapieverfahren können ursächliche Engstellen oder Verschlüsse genau lokalisiert und beseitigt werden. Nach erfolgreicher Behandlung bedeutet dies in der Regel eine Besserung der vorbestehenden Beschwerden.

 

Krampfadern oder Geschwüre sind nicht selten Folgen
einer abgelaufenen Thrombose oder aber einer angeborenen oder erworbenen Engstelle in den Beckenvenen. Die betroffene Beckenvene liegt beim sog. May-Thurner-Syndrom in einem ungünstigen Winkel zwischen Beckenknochen und Beckenarterie. Durch die chronische Einengung entsteht dort häufig eine fixierte narbige Enge. Diese führt dazu, dass sich das Blut in den Becken- und Beinvenen staut. Der Stau des Blutes führt auf Dauer dazu, dass sich die Venen in den Beinen erweitern, wodurch die Venenklappen dauerhaft geschädigt werden. Die schon Eingangs genannten Schmerzen und Schwellungen in den Beinen sind die Folge. Im weiteren Verlauf können komplizierend wiederholt Thrombosen in den gestauten Becken- und Beinvenen auftreten.

Die Diagnose eines Becken- oder Beinvenenverschlusses

Der Gefäßultraschall und die Körperanamnese sind die primären Diagnoseverfahren bei Venenverengungen oder -verschlüssen. Durch diese schmerzfreien Verfahren kann der Blutfluss in den Venen und Arterien sichtbar gemacht werden. Gefäßverläufe, Verengungen und Verkalkungen werden vermessen. Wenn die Ultraschalluntersuchung zur Beurteilung nicht ausreicht, kann im Bedarfsfall eine Computertomografie oder eine Magnetresonanztomografie ergänzend durchgeführt werden.

Die Therapie eines Becken- oder Beinvenenverschlusses

Weder Kompressionsverbände oder -strümpfe noch eine Entfernung der Krampfadern führen zum endgültigen Behandlungserfolg. Krampfadern und Schmerzen verbleiben oder treten erneut auf.

Nur die Behandlung der Ursachen führt zur Besserung, denn nur, wenn die ursächliche Einengung bzw. ein Verschluss der Beckenvene beseitigt wird, ist eine nachhaltige Besserung der Beschwerden möglich.

Venenstents

Wenn eine akut bzw. chronisch verschlossene oder stark verengte Beckenvene als Ursache festgestellt wurde, kann diese eröffnet werden. Über die Punktion der Kniegelenks- oder Leistenvene können mit einem minimal-invasivem Verfahren Katheter zur kontrastmittelgestützten Darstellung eingebracht werden. Blutgerinnsel, die sich in der Vene gebildet haben, können abgetragen oder aufgelöst werden.

Im Beckenvenenbereich werden dann unter Röntgenkontrolle spezielle Venenstents bis zur Engstelle vorgeschoben und freigesetzt. Diese Stents, kleine Röhrchen aus Metallgeflecht, beseitigen die Engstelle und halten die Beckenvene offen. Das Blut aus den Beinen kann wieder ungehindert abfließen. Schmerzen und Schwellungen gehen meist unmittelbar und dauerhaft zurück. Die verwendeten Stents sind gut verträglich, heilen in die Gefäßwand ein und verbleiben lebenslang im Körper.

Komplexer Eingriff erfordert viel Erfahrung

Die differenzierte Behandlung erfordert in der Regel einen Krankenhausaufenthalt von bis zu fünf Tagen. Die Behandlung wird vollumfänglich von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen getragen. Die ambulante Nachsorge erfolgt in enger Kooperation mit dem zuweisenden Arzt und Hausarzt.
Da sowohl die Untersuchung zur Diagnose?ndung als auch der technisch komplexe Eingriff selbst eines Höchstmaßes an Erfahrung bedürfen, sollte die Behandlung ausschließlich in Zentren mit einem erfahrenen Expertenteam vorgenommen werden.
Bereits seit 2016 werden diese Behandlungsverfahren in der Klinik für Gefäßchirurgie – vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie im St. Johannes-Hospital erfolgreich vorgenommen.
Unser Zentrum besitzt in dieser Form der Behandlung überregional ein Alleinstellungsmerkmal.

Wie bekomme ich einen Termin zur Untersuchung oder Behandlung?

Für Terminvereinbarungen steht Ihnen das Sekretariat der Klinik für Gefäßchirurgie – vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie im St. Johannes-Hospital unter der Telefonnummer
04451/920-2540 (Frau B. Habben)
Mo.- Fr. von 8.00 bis 16.00
Uhr zur Verfügung.


Fragen zu medizinischen Sachverhalten richten Sie bitte an den Chefarzt der Klinik, Herrn Olaf Gerhard Nikolai sowie anden Sektionsleiter Endovaskuläre Therapie, Herrn Oberarzt Hendrik Hoffstedde.