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Erfahrungsbericht Herwig Kleen

In diesem kleinen Krankenhaus am Rande der großen Welt finden die gleichen großen und kleinen Katastrophen wie im wahren Leben statt. Die Dispute mit den anderen Abteilungen, das planerische Chaos, Dienstplanänderungen und erfüllbare wie auch unerfüllbare Wünsche. Aber es ist ergebnisorientiert und in einer kleinen Abteilung strukturiert. Die Abläufe zur Ergebnissfindung sind durch extrem kurze Dienstwege –das Gespräch – schnell und unbürokratisch zu erreichen. Die Durchführung unserer Arbeiten, von den anderen Abteilungen durchaus akzeptiert, sind sicherlich auf dem derzeitigen Stand von Wissenschaft und Technik. Bronchoskopisch unterstützte Intubationen, mit Einmalgeräten ungefährlich für das Gewissen, ebenso wie der Umgang mit der CVVHDF, dem Ultraschall im Rahmen der vielfach eingesetzten regionalanästhesieogischen Verfahren, sind für alle erlernbar. Miteinander statt gegeneinander ist auch das ernstgemeinte Arbeiten auf der Intensivstation, auch hier ist eine flache Hierarchie. Nervig kann durchaus die Hilfsbereitschaft unsererseits sein, wenn diese ausgerechnet des Nachts in Anspruch genommen wird, sei es hier im Hause oder auch im von uns regelhaft besetzten NEF. Und: Stau gibt es auf dem Weg zur Arbeit fast nie, es wohnen zwar alle in Entfernung zur Klinik, in echten Städten wie Oldenburg und Umgebung, lange Anfahrtzeiten hat aber keiner. Und kleine Wünsche sind jederzeit machbar.