E-Mail-Empfehlung PDF erstellen Seite drucken

Dickdarmspiegelung

Die Dickdarmspiegelung wird auch Coloskopie genannt, mit dieser Methode lässt sich der gesamte Dickdarm (ca. 1,5 m) und der untere Teil vom Dünndarm darstellen.

Beim Coloskop handelt es sich um einen biegsamen Schlauch, ca. fingerdick, der über eine an der Spitze befindliche Optik vergrößerte Bilder auf einen Monitor projiziert. Die bewegliche Spitze des Endoskopes lässt sich über Räder vom Untersucher in mehrere Richtungen delegieren.

Während der Darmspiegelung kann die Schleimhaut beurteilt werden, über sogenannte Arbeitskanäle im Coloskop können Proben aus veränderter Schleimhaut entnommen oder Polypen mit sogenannten Schlingen abgetragen werden.

Wann wird eine Darmspiegelung notwendig?

Die Darmspiegelung wird durchgeführt zur Abklärung von unklaren Bauchbeschwerden, insbesondere bei Auffälligkeiten des Stuhlganges, z. B. anhaltende Verstopfung oder anhaltende Durchfälle. Weitere Gründe sind z. B. sichtbare Blutauflagerungen auf dem Stuhl oder Nachweis von sogenanntem occulten Blut (nicht sichtbar). Ein weiterer, sehr wichtiger Grund, sind die sogenannten Vorsorge-Coloskopien, die dringend empfohlen werden ab dem 55. Lebensjahr (wenn keine familiäre Tumorbelastungs besteht), zur Früherkennung von gut- und bösartigen Schleimhautveränderungen (z. B. Polypen).

Vorbereitung des Patienten

Mindestens 48 Stunden vor der Untersuchung, häufiger viel eher, erfolgt ein ausführliches Aufklärungsgespräch, zum einen dient es dem Arzt, sich einen Überblick zu verschaffen über den aktuellen Gesundheitszustand des Patienten und die Vorerkrankungen, zum anderen wird der Patient über den genauen Ablauf der Untersuchung und auch eventuelle Risiken aufgeklärt.

Nach dem Gespräch erfolgt eine Blutentnahme zur Bestimmung der aktuellen Gerinnung.

Um die Schleimhaut beurteilen zu können, muss der Darm vor der Untersuchung von Stuhlresten gereinigt werden, dies geschieht durch entsprechende Kostbeschränkungen (Meiden von ballaststoffreicher Kost, insbesondere körnerhaltiger Nahrung), ca. 3-4 Tage vor der Untersuchung und Einnahme von abführenden Lösungen am Vortag und am Morgen der Untersuchung.

Ablauf der eigentlichen Untersuchung

Über eine kleine Venenverweilkanüle werden zwei Medikamente (ein Schmerz- und ein Beruhigungsmittel) zur Entspannung verabreicht. Über eine kleine Nasensonde wird Sauerstoff verabreicht, der Kreislauf wird während der Untersuchung überwacht über ein sogenanntes Pulsoxymeter.

Die Untersuchung dauert ca. 20-30 Minuten, verlängert sich natürlich, wenn z. B. Polypen abgetragen werden müssen. Nach der Untersuchung ruht sich der Patient noch für ca. 20-30 Minuten in einem sogenannten Aufwachraum aus.

Aufgrund der verabreichten Medikamente ist eine Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr für 24 Stunden nicht erlaubt, aus diesem Grunde muss eine Abholung durch eine Begleitperson organisiert werden.

Während der Untersuchung entnommene Proben oder abgetragene Polypen werden zur feingeweblichen Untersuchung in die Pathologie verschickt, hier liegt das Ergebnis nach ca. 3-4 Tagen vor und wird dann an den Hausarzt übersandt.

Welche Komplikationen können auftreten?

Die schwerwiegendste Komplikation ist eine Verletzung des Darmes, insbesondere nach Abtragung von Polpyen, auch als Perforation bezeichnet und fordert in aller Regel einen chirurgischen Notfalleingriff. Dies ist äußerst selten (insgesamt 0,03 % der Untersuchungen). Eine weitere mögliche Komplikation sind Blutungen (akut und in den Folgetagen) nach Abtragung von Polypen. Auch dies ist selten (insgesamt 0,24 % der Untersuchungen).

In den letzten Jahren sind sogenannte Metallclips entwickelt worden, dies sind kleine Metallbügel, die 2 Branchen haben, und über das Endoskop in den Darm vorgeschoben werden können. Vor der Abtragungsstelle lassen sich die Branchen dann spannen und werden über die Wunde in die Schleimhaut vorgeschoben. Nach Lösen vom Endoskop klappen die Branchen zusammen und führen zu einer Annäherung der Wundränder und damit zu einer Blutstillung.

Diese Clips lösen sich im Durchschnitt nach mehreren Wochen wieder von der Schleimhaut und gehen, unbemerkt vom Patienten, auf natürlichem Wege mit dem Stuhl ab.

Um Blutungskomplikationen durch Polypenabtragungen so gering wie möglich zu halten, ist es wichtig, dass der Patient eine Woche vor der Untersuchung und eine Woche nach der Untersuchung keine blutverdünnenden Medikamente (Aspirin, Ticlid, Iscover und andere) einnimmt.

Sollte der Patient ein künstlicher Bluter sein (unter Marcumar-Therapie) muss der Gerinnungswert (Quick-Wert) über 60 % sein, damit evtl. Polypen abgetragen werden können.

Worauf muss der Patient nach der Untersuchung achten?

Direkt und einige Stunden nach der Untersuchung wird der Patient ein leichtes Blähgefühl im Bauch verspüren, dies ist nicht ungewöhnlich, da während der Untersuchung über das Coloskop Luft in den Darm gegeben wird, damit er sich entfaltet. Diese Luft geht auf natürlichem Wege wieder ab.

Sollten im Laufe des Tages oder in den Folgetagen Bauchschmerzen erneut auftreten, ist ein Arzt (vorrangig natürlich der Untersucher) oder eine Klinik aufzusuchen. Des weiteren sollte in den folgenden Tagen nach der Untersuchung auf Blutbeimengungen beim Stuhl geachtet werden, wenn Polypen abgetragen wurden. Auch in diesem Falle sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Warum ist eine Vorsorge-Coloskopie wichtig?

In dem Zeitraum von 1960 bis 1980 hat sich die Rate an Dickdarmcarcinomen verdoppelt, jährlich kommt es zu ca. 50.000 Neuerkrankungen.

Der Dickdarmkrebs ist die zweithäufigste Tumorerkrankung bei Männern und Frauen. Jährlich versterben ca. 35000 Menschen an diesem Krebs. Etwa jeder 20. Bundesbürger entwickelt in seinem Leben ein Coloncarcinom. Die Wahrscheinlichkeit nimmt mit dem 50. Lebensjahr deutlich zu. In über 90 % der Fälle entsteht der Dickdarmkrebs aus zunächst gutartigen Polypen (Adenom-Carcinom-Sequenz). Polypen sind Gewächse, die von der Darmschleimhaut ausgehen und im Verlauf ihres Wachstums bösartig entarten können. Die Wahrscheinlichkeit zur Entartung steigt mit der Polypengröße (ca. 2 % bei Polypen über 1,5 cm Durchmesser, zu 10 %, wenn die Polypen größer sind als 2,5 cm). Die Zeitdauer, bis ein Polyp entarten kann, ist sicherlich nicht genau definiert, man nimmt einen Zeitraum von ca. 10 Jahren an.

Die Beschwerden sind im Anfangsstadium der Tumorerkrankung sehr gering und unspezifisch, nehmen jedoch mit dem Fortschreiten des Tumors deutlich zu, das heißt, umgekehrt, wenn Beschwerden auftreten, ist häufig schon ein fortgeschrittenes Tumorwachsum anzunehmen.

Das Tumorgeschehen wird in 4 Stadien eingeteilt, wobei sich die Einteilung orientiert nach der Ausdehnung des Tumors in die Darmwand (T-Stadium), ein T4-Stadium deutet bereits darauf hin, dass der Tumor die Darmwand durchbrochen hat und in umgebendes Gewebe eingedrungen ist.

Zusätzliche Kriterien zur Stadieneinteilung:
Lymphknotenbefall und sogenannte Metastasen, das sind Absiedlungen in entfernt liegende Organe (z. B. Leber, Lunge und andere).

Die mögliche Therapie richtet sich nach dem Tumorstadium, insbesondere auch ob im Anschluss an eine Operation eine Chemo- oder Strahlentherapie durchgeführt werden muss.

Das Tumorstadium ist auch wesentlich für die Überlebenschance des Patienten (5 Jahre Überlebensrate). Im Stadium I leben nach 5 Jahren noch weit über 90° der Patienten. Im Stadium IV (mit Fernmetastasen) sind es nur wenige Prozent.

Entscheidend ist also die frühe Diagnose dieses Tumors, bzw. der Nachweis der Vorstufen (Polypen). Die Polypen können in den allermeisten Fällen während der Coloskopie entfernt werden.

Was begünstigt die Entstehung des Dickdarmcarcinoms?

Es gibt sogenannte Risikofaktoren, das sind Bedingungen, die die Entstehung einer Krankheit begünstigen. Beim Dickdarmcarcinom sind folgende Risikofaktoren bekannt:

Fazit: Durch eine frühzeitige Untersuchung (Coloskopie) könnte der Dickdarmkrebs in den allermeisten Fällen verhindert werden!

 

aktualisiert am  28.07.2017nach oben

 

Patienten-Direkteinstieg

 
 

St. Johannes-Hospital
gemeinnützige GmbH

Bleichenpfad 9
26316 Varel

Telefon:0 44 51 / 920 – 0
Fax:0 44 51 / 920 – 2215


www.krankenhaus-varel.de